Die Magendrehung ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die in wenigen Stunden zum Tod des Hundes führen kann. Der Hund muss sofort zum Tierarzt gebracht werden.

Auch ich hatte schon das
„Vergnügen“ eine Magendrehung durchstehen zu müssen. Es war meine Dogge Maya,
welche sofort nach der abendlichen Fütterung angefangen hat sehr zu speicheln,
zu würgen, allerdings ohne Erfolg versprechendes Erbrechen. Der Magen war nach
ca. 10 min. deutlich aufgebläht. Nur eine sofortige Fahrt in die 60 km entfernte
Tierklinik rettete Ihr das Leben. Dort angekommen wurde sofort eine Kanüle in
den Magen geschoben um diesen zu entgasen. Danach folgte die Operation, bei der
der Magen zurückgedreht und dann an einer Seite fixiert (angenäht) wurde. Nach
4-tägigem Klinikaufenthalt durften wir Maya wieder zu uns holen (nach Bezahlung
der sehr teuren Rechnung…deshalb empfehle ich eine Hunde OP-Kosten Versicherung)
und mussten Sie dann ganz langsam mit vielen, vielen kleinen Mahlzeiten wieder
aufpäppeln. Die alte Dame hat das sehr gut weggesteckt und konnte noch eine
schöne Zeit lang bei uns bleiben! Unser Glück war wahrscheinlich, dass ich bei
der Fütterung und danach meine Hunde nicht alleine lasse oder wegsperre und ich
die Anzeichen einer Magendrehung kannte.
Wie kommt es zur Magendrehung?
Die genaue Ursache für die Entstehung der Magendrehung ist bisher noch nicht
bekannt. In den meisten Fällen besteht ein enger Zusammenhang mit der
Futteraufnahme wie etwa eine schnelle Aufnahme großer Futter- und Wassermengen.
Durch die zusätzliche Wasseraufnahme quillt das Futter, wodurch sich das Volumen
vergrößert. Es kommt so zur Magenüberladung.
Hier sind futterneidische Hunde, die ihr Futter gierig verschlingen, anfälliger
als andere. Eine weitere Ursache kann die Gabe von zu großen Fleischstücken
sein, bei deren Aufnahme vermehrt Luft geschluckt wird. Eine erhöhte
Keimbelastung des Futters ist ein weiteres Risiko für die Gasbildung im Magen.
Auch vermeiden Sie bitte die sofortige Gabe von Wasser zum Trockenfutter (auch
wenn es jeweils auf der Packung steht), da das Trockenfutter im Magen durch die
Flüssigkeitszufuhr aufquellen kann. Machen Sie hier doch mal den Selbsttest mit
Ihrem Futter - hat einen ähnlichen Effekt wie ein Gummibärchen im Wasserglas.
Der Hund wird sicherlich nicht verdursten, wenn Sie bis zur Wassergabe einige
Zeit verstreichen lassen. Besser ist es sowieso, wenn Sie das Trockenfutter
schon im Vorfeld mit Wasser leicht quellen lassen, um die Verdaulichkeit zu
erhöhen.
Dies ist ein weiter Faktor im Bezug auf die Magendrehung: Die Verdaulichkeit des
Futters und damit sein Verbleib im Magen. Durch die bakterielle Zersetzung von
kohlenhydratreichem Futter kann eine erhöhte Gasbildung im Magen des Hundes
erfolgen.
Aus diesen Gründen hat Ihnen Ihr Züchter sicherlich empfohlen, die Tagesration
des Hundes auf mehrere kleine Rationen zu verteilen. Auch sollte der Hund nach
dem Essen zur Ruhe kommen können (Achten Sie bitte hier auch auf Ihre Kinder).
Schaden kann es auch nicht, den Hund leicht erhöht zu füttern, um das Schlucken
von Luft bei der Nahrungsaufnahme zu reduzieren. Hinzuzufügen ist hier
allerdings, dass die Magendrehung auch schon bei leerem Magen beobachtet wurde.
Auch kann die Veranlagung des jeweiligen Hundes eine Rolle spielen. Hier kann
Ihnen sicherlich Ihr Züchter weitere Auskünfte über die "Familie" geben.
Wie erkenne ich eine Magendrehung?
Die Hunde beginnen meist rastlos herum zu laufen, legen sich hin um direkt
wieder hektisch aufzuspringen, oberflächliche, erschwerte Atmung, Speicheln,
erfolglose Würgeerscheinungen (Brechreiz), zum Teil teilnahmsloser oder
schmerzverzerrter Ausdruck. Die Hunde sind kaum ansprechbar krümmen den Rücken
und haben eine gespannte, harte Bauchdecke. Beobachten Sie die Bauchdecke des
Hundes, ist sie auf einer Seite stark aufgetrieben, sollten Sie umgehend den
Tierarzt aufsuchen - kündigen Sie Ihr Kommen vorher telefonisch an, damit der
Tierarzt alles parat hat. Es kommt in solchen Momenten auf jede Minute an, also
sollte auch der Tierarzt in der Nähe sein damit man mit der Hinfahrt nicht
wertvolle Zeit verschwendet.
Was passiert eigentlich bei der Magendrehung?
Es kommt zu einer raschen Zustandsverschlechterung, wenn der überdehnte und
gedrehte Magen auf die großen Bauchgefäße Druck ausübt. Dieser Druck führt zu
einem verringerten Blutfluss zum Magen und zu anderen lebenswichtigen Organen
wie Niere und Leber, die Folge ist ein verringertes Auswurfvolumen des Herzens
und die Entstehung starker Kreislaufbeschwerden und eines Schocks, der durch
starke Gewebsschädigung bald zum Tode führt.
Weiterhin wird das Volumen der einzelnen Atemzüge durch den anhaltenden Druck
auf das Zwerchfell verringert. Der Magen kann sich im übrigen in beide
Richtungen, das heißt im Uhrzeigersinn wie auch gegen diesen drehen. Auch wenn
sich der Magen nur zum Teil gedreht hat, kann er hierbei stark aufgasen.
In 99 Prozent der Fälle wurde bei den Operationen festgestellt, dass sich der
Magen um seine Längs- und Querachse gedreht hat, häufig auch im Uhrzeigersinn.
Eine Magendrehung läuft bei den einzelnen Hunden in unterschiedlicher
Geschwindigkeit ab.
Wie geht der Tierarzt vor?
Als erstes versucht der Tierarzt, den Druck im Magen zu senken. Dies erfolgt in
der Regel mittels einer Magensonde, wenn möglich, ohne Narkose. Sollte dies
nicht gelingen, muss sofort operiert werden, eine Narkose ist hier
selbstverständlich notwendig.
Für die Nachbehandlung sind Sie und Ihr Tierarzt verantwortlich.
Sicherlich können aber die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen als erste Ansätze
helfen.
Vorbeugende Maßnahmen: